Vermögensverwaltungskosten

Als Vermögensverwaltung gelten Aufwendungen, die zur Erhaltung des Vermögens,
nicht aber zu dessen Vermehrung notwendig sind.

Abzugsfähig sind die Kosten für:

  • Die Verwaltung von Vermögen durch Behörden (Beistand, Erbschaftsverwaltung),
    Banken, Treuhandinstitute, Rechtsanwälte und Vermögensverwalter;
  • Die Verwahrung von Wertpapieren und anderen Wertsachen in offenen Depots
    oder Schrankfächern (Safes);
  • Kosten für die Einforderung von Vermögenserträgen (Inkassospesen, Affidavitspesen,
    z.B. beim Einlösen von Coupons);
  • Spesen für Kontokorrent-, Anlage-, Sparkonto u. dgl.;
  • Kontoeröffnungs- bzw. Saldierungsspesen;
  • Bankspesen für das Erstellen von Rückforderungs- und Anrechnungsanträgen für
    ausländische Quellensteuern;
  • Die Erstellung des Wertschriftenverzeichnisses für Steuerzwecke;
  • Ausserordentliche Kosten zur Durchsetzung eines Einkommensanspruchs im Zusammenhang mit Vermögenserträgen (z.B. Prozesskosten, um eine Zinszahlung zu erhalten);
  • Negativzinsen auf Bankeinlagen, nicht aber negative Renditen von Bundesobligationen.

Nicht abzugsfähig sind Kosten für:

  • Auslagen für den Erwerb und die Veräusserung von Wertschriften (Kauf- und Verkaufskommissionen,
    Emissionsspesen für Obligationen, Gebühren, Courtagen, Umsatz- und Stempelabgaben);
  • Rücknahmegebühren bei Anlagefonds;
  • Vermittlungsprovisionen (z.B. beim Verkauf grosser Aktienpakete, kommt insbesondere
    bei nichtkotierten Aktien vor);
  • Gebühren, Strafzinsen oder Zinsabzüge für Rückzugsbedingungen diverser
    Kontoformen;
  • Entschädigung für Treuhandanlagen (Treuhandkommissionen);
  • Fixe oder erfolgsorientierte Auslagen für Finanz- und Anlageberatung;
  • Kosten für Vermögensverwaltungsmandate;
  • Kosten für Steuer- und Anlageberatung;
  • Bankspesen für Wertschriftenbewertungen;
  • Gebühren für Bankomat- oder Kreditkarten sowie Checks;
  • Intransparente Kosten für Banking Pakete, die in aller Regel Dienstleistungen abdecken, die nicht der Vermögensverwaltung dienen (z.B. Kosten für Kreditkarten, kostenlose Bargeldbezüge an Geldautomaten im In- und Ausland, Versicherungsgebühren, Schlüsselfundservice, Ticketservice, kostenlose Verpflegung in VIP-Lounges usw.);
  • Kosten der Buchhaltungsführung in Beistandsfällen;
  • Kosten für die Errichtung und Erhöhung von Schuldbriefen und Hypotheken (Grundbuchgebühren, Notariatskosten, Bankspesen);
  • Die Finanz-, Anlage-, Erbschafts-, Vorsorge- und Steuerberatung (Asset allocation, Steueroptimierung);
  • Sämtliche Kosten (v.a. Depotgebühren) in Verbindung mit der Vermögensverwaltung der freiwilligen beruflichen Vorsorge (Säule 3a);
  • Kosten für Vermögensumlagerung wie Titellieferungsspesen;
  • Kosten im Zusammenhang mit Wertschriften des Geschäftsvermögens.

Auslagen für eine Berufstätigkeit in Finanz-, Anlage- und Steuerangelegenheiten gelten nicht als anrechenbare Kosten der Verwaltung durch Dritte, sondern als Kosten für die Lebenshaltung oder für die Anschaffung oder Wertvermehrung von Vermögensgegenständen.

Weist die Bank die Kosten der Vermögensverwaltung und Anlageberatung als Gesamtbetrag aus (z.B. Portfolio-Management-Gebühren), können Sie diese pauschal nur im folgenden Umfang als Vermögensverwaltungskosten abziehen:

  • 3,0 Promille von den ersten CHF 2'000'000 des Depotwerts (ohne Konten und
    nichtkotierte Wertschriften);
  • 1,5 Promille von den nächsten CHF 6'000'000 des Depotwerts (ohne Konten und
    nichtkotierte Wertschriften);
  • maximal CHF 15'000.

Sind die von der Bank in Rechnung gestellten Kosten tiefer als die Pauschale, können
Sie nur die effektiven Kosten abziehen.

Machen Sie die über der Pauschale liegenden Vermögensverwaltungskosten geltend, müssen Sie sowohl die tatsächlichen Aufwendungen für die Vermögensverwaltung als auch deren Abzugsfähigkeit nachweisen. Weisen Sie die Gewinnungskosteneigenschaft anhand geeigneter Unterlagen (Verträge, Reglemente, Abrechnungen) nach, aus denen nebst dem Umfang auch die Art, der Verwendungszweck und die Zusammensetzung der mit dem Wertschriften- und Kapitalanlagevermögen zusammenhängenden Kosten hervorgeht. Gelingt der Nachweis nicht, können Sie nur Kosten in der Höhe der vorne genannten Pauschale abziehen.

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