Krankheits- und Unfallkosten, behinderungsbedingte Kosten

Krankheits- und Unfallkosten

Machen Sie Krankheits- oder Unfallkosten geltend, empfehlen wir Ihnen, eine Zusammenstellung der Kosten der Krankenkasse beizulegen. Diese erhalten Sie bei den meisten Krankenkassen, entweder automatisch oder auf Anfrage hin.
Führen Sie die Krankheitskosten auf dem Formular «Krankheits- und Unfallkosten» auf. Abziehen können Sie Ihre Krankheits- und Unfallkosten und diejenigen der von Ihnen unterhaltenen Personen, soweit Sie die Kosten selber tragen und diese 5 % des Nettoeinkommens übersteigen. Als Krankheitskosten gelten dabei die Kosten für Ärzte, Zahnärzte, Spitalkosten, Medikamente, medizinische Apparate, Brillen und dergleichen. Kosten für ärztlich angeordnete besondere Heilmassnahmen wie Massagen, Bestrahlungen und Bäder können Sie nur abziehen, sofern diese Behandlungen von den Krankenkassen grundsätzlich anerkannt sind. Berücksichtigt werden auch die Kosten für alle ärztlich oder zahnärztlich angeordneten Massnahmen, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Gesundheit beitragen. Reichen Sie die Belege in Kopie ein. Massgebend für den Abzug ist das Zahlungsdatum beziehungsweise die Abrechnung der Krankenkasse; wenn Sie die Jahresbescheinigung der Krankenkasse beilegen, die bescheinigte Periode.

Für Personen, die sich in einem Pflegeheim oder einer Heilstätte aufhalten und für die ein Pflege- und Betreuungsaufwand von weniger als 60 Minuten pro Tag anfällt, stellen die Heimkosten grundsätzlich Lebenshaltungskosten dar und sind nicht abzugsfähig. Die separat in Rechnung gestellten Pflegekosten können Sie als Krankheitskosten abziehen.

Als Zöliakiepatient können Sie pauschal CHF 2'500 für die Mehrkosten der Diätnahrung als Krankheitskosten geltend machen. Voraussetzung ist ein Arztzeugnis, wonach Diätnahrung erforderlich ist.

Als Diabetiker können Sie jedoch nur die effektiven Kosten abziehen.

Nicht als Krankheitskosten gelten Aufwendungen für:

  • Transportkosten zum Arzt;
  • höhere Miete für rollstuhlgängige Wohnungen;
  • kosmetische Zahnpflege;
  • Krankenkassenprämien,
  • Kosten, die von den Krankenkassen nicht anerkannt werden (z.B. freiwillige Badekuren, Massagen, Behandlungen rein kosmetischer Art, für Verjüngungs- oder Schönheitsbehandlungen sowie für Schlankheits- oder Fitnesskuren);
  • Selbstbehalt für Verpflegungskosten bei Spitalaufenthalt.

Behinderungsbedingte Kosten

Personen mit Behinderung können behinderungsbedingte Kosten vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen. Behindert im Sinne dieser Bestimmung ist eine Person, der es eine voraussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung erschwert oder verunmöglicht, alltägliche Verrichtungen vorzunehmen, soziale Kontakte zu pflegen, sich fortzubewegen, sich aus- und fortzubilden oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben.

Als behinderte Personen gelten in jedem Fall:

  • Bezüger von Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung;
  • Bezüger von Hilflosenentschädigungen;
  • Bezüger von Hilfsmitteln im Sinne von AHVG, UVG und MVG;
  • Heimbewohner und Spitex-Patienten, für die ein Pflege- und Betreuungsaufwand
    von mehr als 60 Minuten pro Tag anfällt (ab Pflegestufe 4).

Personen, die keiner der genannten Gruppen zugeordnet werden können, müssen ihre Behinderung nachweisen.

Als behinderungsbedingt gelten Kosten für:

  • Assistenz;
  • Haushaltshilfen und Kinderbetreuung;
  • den Aufenthalt in Tagesstrukturen;
  • Heim- und Entlastungsaufenthalte;
  • heilpädagogische Therapien und Sozialrehabilitationsmassnahmen;
  • Transporte und Fahrzeuge;
  • Diäten, Mahlzeitendienste (nach Abzug der Lebenshaltungskosten);
  • Blindenführhunde;
  • Hilfsmittel, Pflegeartikel und Kleider (nur Mehrkosten);
  • Wohnen (nur Mehrkosten);
  • Privatschulen.

Die Kosten, Taxen und Gebühren für den Aufenthalt in einem Wohnheim für Behinderte oder in einem Alters- und Pflegeheim können Sie abziehen. Gleiches gilt für Kosten von Entlastungsaufenthalten in solchen Heimen oder in speziellen Ferienheimen für Behinderte. Diese Kosten kürzen Sie aber um denjenigen Betrag, der für die Lebenshaltung im eigenen Haushalt hätte aufgewendet werden müssen. Die Lebenshaltungskosten entsprechen dem Grundbetrag und den Wohnkosten nach den Richtlinien über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums. In der Regel betragen sie pro Person    CHF 40 pro Tag bzw. CHF 14'400 pro Jahr.

Anstelle des Abzugs der effektiven selbst getragenen Kosten können behinderte Personen einen jährlichen Pauschalabzug in folgender Höhe geltend machen (Verfügung beilegen):

  • Bezüger einer Hilflosenentschädigung leichten Grades:    CHF 2'500
  • Bezüger einer Hilflosenentschädigung mittleren Grades:  CHF 5'000
  • Bezüger einer Hilflosenentschädigung schweren Grades:  CHF 7'500

Einen jährlichen Pauschalabzug von CHF 2'500 können im Weiteren unabhängig vom Bezug einer Hilflosenentschädigung folgende behinderte Personen geltend machen:

  • Gehörlose;
  • Nierenkranke, die sich einer Dialyse unterziehen müssen.

Abzugsfähig sind nur diejenigen Kosten, die Sie selbst tragen.

Als selbst getragen gelten diejenigen Kosten, die Ihnen nach Abzug aller Leistungen öffentlicher, beruflicher oder privater Versicherungen und Institutionen (AHV, IV, SUVA, Militärversicherung, Krankenkasse, Haftpflicht- und private Unfallversicherung, Hilfswerke und Stiftungen etc.) zur Zahlung verbleiben. Die Ergänzungsleistungen sind nur anzurechnen, wenn sie höher als die Lebenshaltungskosten sind. In diesem Falle sind die Lebenshaltungskosten nicht anzurechnen. Gleiches gilt für die Hilflosenentschädigungen: Diese werden zweckgebunden für die Abgeltung von Assistenz- und Transportkosten ausgerichtet und sind bei diesen Kosten anzurechnen.

Kapitalleistungen für künftige invaliditäts- und behinderungsbedingte Kosten sind anzurechnen, soweit sie nicht der Einkommenssteuer unterliegen. Ein Abzug für behinderungsbedingte Kosten entfällt daher solange, bis Sie den Nachweis erbringen, dass die tatsächlich entstandenen behinderungsbedingten Kosten die Höhe dieser ausgerichteten Kapitalleistung übersteigen.

Genugtuungsleistungen tragen der persönlichen und nicht der materiellen Beeinträchtigung Rechnung. Sie können daher nicht an die behinderungsbedingten Kosten angerechnet werden. Den Genugtuungsleistungen gleichzustellen sind Integritätsentschädigungen.

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